Was Corona mich gelehrt hat

Long time no Blogeintrag. Ich habe die letzten drei Monate darüber gegrübelt, was ich hier in diesem Blog berichten könnte. So wirklich spannendes ist hier die letzten Monate nicht passiert. Oder vielleicht doch? Die Pandemie hat uns fest im Griff und wir sie leider nicht. So bin ich nun mitten in meinem Staatsexamen und hätte eigentlich am heutigen Tag meine letzte schriftliche Prüfung geschrieben. Diese wurde nun auf unbestimmte Zeit verschoben. Damit auch mein Start in mein Referendariat. Vielleicht wirft dies jetzt Fragen auf. ,,Referendariat? War da nicht was mit Nepal?“ Ja, Nepal ist in meinem Kopf erst mal in weiter Ferne. Die Situation lässt es einfach nicht zu, über eine Fernreise nachzudenken. Also warum nicht gleich die Ausbildung beenden? Ursprünglich hätte ich mir gerne die Auszeit nach dem Studium genommen. Ich bin direkt nach meinem Abitur in mein Studium gestartet, habe es bis hierhin durchgezogen und das ohne Wiederholungsprüfung und würde nach dem 1. Staatsexamen direkt in das Zweite starten. Wer würde da nicht gerne erst mal seinen Traum verwirklichen? Jetzt, wo die Prüfung und damit mein gesamter Abschluss verschoben wurde, die Pandemie vermutlich auch noch anhalten wird, mache ich mir nur in sehr schwachen Momenten Gedanken über die Expedition.

Nun zur Frage: „Was hat mich Corona eigentlich gelehrt?“ Nun ja, es hat mich gelehrt flexibel zu sein und die Dinge so zu nehmen, wie sie sind. Und so kam es auch, dass es meine Familie und mich getroffen hat und das, obwohl wir alle sehr vorsichtig und diszipliniert waren. Ich kann mich noch erinnern, am Abend vor Heiligabend kam unsere Nachbarin zu uns und brauchte unsere Hilfe. Am selben Abend saßen wir draußen am Kamin und mein Vater sagte etwas, was ich womöglich so schnell nicht vergessen werde. „Es ist nicht die Frage, ob wir es bekommen, sondern wann wir es bekommen.“ Was wir da noch nicht wussten, wir hatten das Virus bereits in uns, übertragen in einem schwachen Moment, indem wir unvorsichtig waren unserer Nachbarin geholfen haben. Einige Tage später habe ich es dann gemerkt. Ich bin aufgewacht und ich fühlte mich, als ob eine Erkältung auf mich zukommen würde. Ich dachte, ich hätte mich nur verkühlt. Einige Tage später kam dann die Nachricht, dass unsere Nachbarin positiv getestet wurde. So sind Johannes und ich nach Berlin gefahren, um einen Schnelltest zu machen. Wir waren wieder auf dem Rückweg nach Potsdam und dann kam die Nachricht, dass wir auch positiv getestet wurden. Wir alle hatten das große Glück nur leichte Symptome gehabt zu haben. So konnte ich auch während der Quarantäne leichte Sporteinheiten machen und auch zwei Tage danach wieder mit dem Laufen einsteigen. Spätestens ab diesem Punkt hätte ich gemerkt, dass etwas nicht stimmt. Gleich beim ersten Anstieg war ich aus der Puste und mein Puls bereits bei über 190. Ich war gefühlt ganz am Anfang, was das Laufen anging. Genau das habe ich dann als Chance gesehen. Regeneration war ein Begriff, dessen Definition ich nie so verstanden habe. Doch durch die Coronainfektion musste ich einen Gang zurückschalten. Ich habe meinem Körper in diesem Moment sehr viel zugemutet. So war der Plan zwei Tage Laufen zu gehen und einen Tag Pause zu machen. Es fiel mir nicht schwer, da ich gemerkt habe, dass mein Körper diese Pause benötigt. Dieses Schema habe ich noch drei Monate später beibehalten. Das Ergebnis? Ich bin fitter als zuvor. Mir bekommen die sportfreien Tage unglaublich gut. Mein Puls ist im Schnitt 20-30 Schläge niedriger bei einer viel schnelleren Durchschnittszeit. Ich fühle mich auch fit. Zum einen liegt es an der Regeneration, die ich jetzt ernster nehme und meinem Körper auch gönne. Er mag zwar nicht dem Idealbild entsprechen, aber er hat sehr viel für mich geleistet und dafür bin ich unglaublich dankbar. Zum anderen habe ich mir durch die Pandemie einen Tagesablauf und eine Struktur geschaffen, welche es mir ermöglicht endlich meinen Schilddrüsen-Hormon-Haushalt auszugleichen. Meine Haare auf dem Kopf wachsen wie verrückt und ich werde fitter. Vielleicht ist die verschobene Prüfung auch ein Zeichen und ermöglicht es mir doch noch dieses Jahr nach Nepal zu reisen. Vielleicht lässt es die Lage bis dahin zu und ich bin geimpft. Ich persönlich glaube daran, dass Dinge aus einem bestimmten Grund passieren. So wurde die Reise letztes Jahr abgesagt und ich hatte meinen Leistungseinbruch. 

Ich kann für mich, aus dem was momentan passiert, viel mitnehmen. Auch wenn ich Corona in meiner Situation als Chance sehe, sehe ich auch einiges negativ, so fand mein Studium ein schnelles Ende und vermutlich kann ich auch nicht meinen Abschluss feiern. Leider haben Menschen auch ihre Liebsten an dem Virus verloren oder müssen sich mühsam zurück ins Leben kämpfen.

In diesem Sinne…haltet durch, bleibt stark und bleibt gesund. 

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